SBB Ae 6/6, Ae 610

Technische Daten

09.06.1999 Erstfeld

09.06.1999 Erstfeld

Foto: Werner & Hansjörg Brutzer

Nummerierung:
11401 11520
Ae 610 401 Ae 610 520
Stückzahlen: 120
Baujahre: 1952, 1955 1966
Ausmusterung: ab 2002
Höchstgeschwindigkeit: 125 km/h
Dauerleistung: 4300 kW
Länge über Puffer: 18.400 mm
Dientstmasse: 120 t
Hersteller:
SLM Winterthur
BBC Baden
MFO Zürich
Bauart: Co'Co'

Geschichte

Die Ae 6/6 der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) ist eine Universallokomotiven und wird aufgrund ihres früheren Einsatzgebietes den Gotthardlokomotiven zugeordnet.

In der Nachkriegszeit hatten die SBB ein stark wachsendes Verkehrsvolumen zu bewältigen. Sie sahen sich daher veranlasst, eine neue, sechsachsige Drehgestelllokomotive vor allem für die Gotthardbahn zu beschaffen. Der Verkehr wurde dort durch die SBB Ae 4/6, die SBB Ae 4/7 sowie die Ce 6/8 Krokodil-Lokomotive abgewickelt. Sie waren - aus heutiger Sicht - nur für sehr bescheidene Anhängelasten zugelassen. Dadurch waren am Gotthard zeitraubende Vorspanndienste nötig, die unpraktisch und unwirtschaftlich waren.

Die ersten 25 Maschinen dieser Reihe werden häufig als Kantonslokomotiven bezeichnet, da sie die Wappen der 25 Schweizer Kantone trugen. An den Lokkästen befinden sich Chrom-Zierlinien und an den Frontseiten ein Schnäuzchen. Diese Verzierung, begleitet von den Wappen an den Seitenwänden, fand grossen Anklang und machte diese leistungsstarken Maschinen europaweit berühmt. Die übrigen 95 Lokomotiven dieser Serie erhielten keine Chromverzierung, aber die Wappen der Kantonshauptorte sowie wichtiger Städte und Ortschaften.

In den 1950er und 1960er Jahren waren die Ae 6/6 die Gotthardlokomotive schlechthin und wurden sowohl im Reise- als auch im Güterverkehr eingesetzt. Weiteres Einsatzgebiet war auch am Simplon. In den späten 1960er Jahren wurden die beiden Prototypen vom Gotthard abgezogen und ins Flachland versetzt. Da nach und nach neuere, leistungsfähigere Lokomotiven (Re 4/4 III und Re 6/6) auf dem Gotthard eingesetzt wurden folgten viele Serienlokomotiven der Ae 6/6 den beiden Protoypen ins Flachland. Seit den 1990er Jahren werden die Ae 6/6 fast nur noch im Güterverkehr eingesetzt, da sie für die modernen Reisezüge einfach zu langsam sind.

1999 wurden alle 120 Lokomotiven in die Division Güterverkehr (SBB Cargo) eingeteilt und war dort eine sehr zuverlässige Lokomotive. Als grösster Nachteil der Ae 6/6 wird häufig die fehlende Vielfachsteuerung erwähnt. Bisherige Pläne eines Umbaus wurden verworfen und aufgrund der ungewissen Restlebensdauer auch nicht weiter verfolgt.