ÖBB 77 (BBÖ 629 / SB 629 / DRB 77.2 /...)

Technische Daten

23.08.2009 Wien Heiligenstadt

23.08.2009 Wien Heiligenstadt

Foto: Jens Baumhauer

Nummerierung:
SB 629.01 15
kkStB 629.01 25
BBÖ 629.02 25 (mit Lücken)
BBÖ 629.26 80
BBÖ 629.101 115
BBÖ 629.500 504
SD 354.101 1236
JD 18-001 005
PKP OKm11-1 9
DRB 77 201 285
ÖBB 77.01 285 (mit Lücken)
Stückzahlen:
SB: 15
kkStB: 25
BBÖ: 10 (von kkStB)
BBÖ: 15 (von SB)
BBÖ: 60
SD: 234
JD : 5
PKP: 10
Baujahre:
1913 1914, 1917 1918, 1920 1922, 1927 1928
Ausmusterung: ÖBB: 1976
Höchstgeschwindigkeit:
85 km/h
Länge über Puffer: 13.345 mm
Dientstmasse: 80,2/83,8 t
Hersteller: StEG, Wr. Neustadt, Krauss/Linz
Bauart: 2'C1' h2t

Geschichte

Die SB 629 war eine Tenderlokomotive der Südbahngesellschaft, sie war als Nachfolgerin der Reihe 229 gedacht und für den Einsatz vor Personenzügen sowie leichten Schnellzügen vorgesehen. Sie wurden ebenfalls in größeren Stückzahlen von den kaiserlich-königlichen österreichischen Staatsbahnen (kkStB) als kkStB 629, von der BBÖ, von der SD sowie von der PKP beschafft.

Zwischen 1913 und 1915 wurden 15 Lokomotiven dieser Reihe an die Südbahn ausgeliefert und dort unter 629.01 15 eingereiht. Aufgrund der guten Erfahrungen mit diesen Lokomotiven bestellte die kkStB auch Lokomotiven dieser Bauart. Zwischen 1917 und 1918 wurden 25 Lokomotiven an dier kkStB ausgeliefert und dort unter 629.01 25 eingereiht.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges verblieben alle Südbahn-Lokomotiven in Österreich, von der kkStB-Reihe hingegen nur zehn Exemplare. Bei den BBÖ behielten die kkStB-Maschinen ihre bisherigen Nummern, 15 Stück blieben aber wegen der Abgabe an die SD unbesetzt. Die Südbahnloks hingegen wurden unter 629.101 115 eingereiht.

Die guten Erfahrungen bewegten die BBÖ zu einer weiteren Beschaffung von 30 Lokomotiven (629.26 50) die zwischen 1920 und 1921 ausgeliefert wurden. 1926 folgte eine weitere Bestellung von 25 Exemplaren (629.56 80) deren Auslieferung zwischen 1926 und 1927 erfolgte. Die letzten fünf Maschinen (629.500 504) wurden zwischen 1927 und 1928 geliefert und waren mit einer Caprotti Ventilsteuerung ausgestattet, nach schlechten Erfahrungen erhielten diese einen Umbau auf Lentz-Ventilsteuerung. Somit hatte die BBÖ 85 Lokomotiven dieser Reihe im Bestand.

Auch in der Tschechoslowakei machte man gute Erfahrungen mit den 15 ehemaligen kkStB-Maschinen. Man baute dort diese Lokomotiven nach, so das 1941 bei der SD waren etwa 234 Stück verfügbar waren. Dort wurden die Maschinen unter Reihe 354.1 geführt.

Auch die PKP beschaffte zwischen 1921 und 1922 zehn Exemplare, die dort als Reihe OKm11 geführt wurde.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich (1938) wurde die BBÖ in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert und die Lokomotiven wurden in die Baureihe 77 (77.201 285) umgezeichnet.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden folgende Lokomotiven von der ÖBB übernommen, wobei man nur bei den neueren Baujahren (ab 1926) die 200er-Stelle der Deutschen Reichsbahn behielt. Bei den älteren Maschinen wurden dagegen nur die Zehnerstelle übernommen.

77.01 10 ehemals kkStB Reihe 629.01 25
77.11 40 ehemals BBÖ Reihe 629.26 55
77.66 80 ehemals Südbahn Reihe 629.01 15
77.242 264 ehemals BBÖ Reihe 629.57 80
77.281 285 ehemals BBÖ Reihe 629.500 504

Fünf Maschinen verblieben in Jugoslawien (JD 18) und zwei kamen zur SD (354.1500 und 1501).

In den 1960er Jahren begann die ÖBB mit der Ausmusterung der Lokomotiven, die erst fast zum Ende der Dampftraktion abgeschlossen war.

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