DB-Baureihe 628/629/928

Technische Daten

Nummerierung:
628 001 - 024/ 101 - 103 / 201 - 350 / 401 - 704 / 901 - 905
Stückzahlen:

12 / 3 / 150 / 309 / 5
Baujahre:

1974 - 1975 / 1981 / 1986 - 1989 / 1992 - 1996 / 1994-1995
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Installierte Leistung:
2 x 213 - 221 kW / 357 kW / 410 kW / 485 kW / 2 x 485 kW
Länge über Puffer:
44,35 m / 45,15 m / 45,40 m / 46,40 m / 46,40 m
Dientstmasse:
64,0 t / 63,6 t / 66,6 t / 69,9 t / 84,0 t
Hersteller:
Düwag, Waggon-Union, AEG u. a.
Bauart: B'2'+2'B' (628.0) / 2'B'+B'2' (628.9) / 2'B'+2'2'
Sitzplätze:
136 + 0 + 0 / 128 + 0 + 21 / 112 + 10 + 21 / 112 + 12 + 22 / 116 + 12 + 16 (2. Kl + 1. Kl. + Notsitze)

Geschichte

Die Baureihe 628 ist ein zweiteiliger Dieseltriebwagen der Deutschen Bahn AG. Überwiegend in der Zusammenstellung aus einem Motor- (628) und Steuerwagen (928) anzutreffen, vereinzelnt auch aus zwei Motorwagen.

Einsatzgebiet ist der deutschlandweite Nahverkehr auf Neben- und untergeordneten Hauptbahnen. Sie gelten als Nachfolger der Schienenbusse und werden wie diese häufig als Nebenbahnretter bezeichnet. Zunehmend wird diese Baureihe durch neuere Dieseltriebzüge ersetzt.

628.0

In Zusammenarbeit mit der Waggonfabrik Uerdingen begann das Bundesbahn-Zentralamt München Anfang der 1970er Jahre mit der Konzeption eines Nahverkehrstriebwagens der Baureihe 628. Dieser sollte die Schienenbusse 795 und 798 sowie die Akku-Triebwagen der Baureihe 515 ersetzen.

Der Einsatz dieser neuen Triebzüge sollte auch auf Hauptbahnen erfolgen, was gegenüber den Schienenbussen eine Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit, Verstärkung der Bremsanlage sowie eine Steigerung des Komforts erforderte. Die Betriebskosten sollten aber auf dem Niveau der Schienenbusse bleiben.

Im Jahr 1974 wurden von der Waggonfabrik Uerdingen und MaK die Prototypen der zweiteiligen Baureihe 628.0 sowie deren einteilige Variante Baureihe 627 vorgestellt. In der darauf folgenden Erprobungsphase bewährten sich diese Fahrzeuge.

1984/1985 erfolgte der Rückbau von der automatischen Kupplung auf die reguläre Zug- und Stoßeinrichtungen, dadurch wurden Mehrfachtraktionen mit den späteren 628-Serien und 627.1 möglich. Auch konnten dadurch Kurswagen angekoppelt werden.

Die Triebzugeinheiten 628 004/014, 628 005/015, 628 009/019 und 628 010/020 waren zunächst im Bw Braunschweig stationiert. Einsatzgebiet waren die nicht elektrifizierten Strecken in Harz und Weserbergland. Die übrigen Fahrzeuge der Baureihe 628.0 waren im Bw Kempten stationiert und bis Ende 2002 auf sämtlichen Strecken im Allgäu im Einsatz. Im Juni 1980 wurden die Braunschweiger Triebzüge ebenfalls zum Bw Kempten verlegt und damit waren alle Vorserienfahrzeuge im Allgäu beheimatet.

Im Januar 2005 wurde 628 008/018 als letztes Fahrzeug der Baureihe 628.0 ausgemustert. Neben der Verschrottung wurden auch einige Triebzüge nach Polen verkauft. Mit kleineren Modifikationen sowie neuer Lackierung wurden diese dort Ende 2005/Anfang 2006 wieder in Betrieb genommen.

628.1

Nach erfolgreicher Erprobung sowie Bewährung der Vorserie 628.0 wurde vorerst keine Serienbestellung seitens der DB getätigt. Hintergrund dafür war die Neubewertung des Schienenpersonennahverkehrs, wodurch nicht absehbar war, wie viele und welche Fahrzeuge in Zukunft überhaupt noch gebraucht werden würden.

Im Jahr 1981 wurde schließlich der Triebwagen der Baureihe 628.1 vorgestellt, von dem nur drei Exemplare gebaut wurden. Diese Maschinen hatten nur noch einen Motor, der aber über ausreichende Leistungsreserven verfügte. Der zweite Wagenteil wurde damit zum Steuerwagen und erhielt die Bezeichnung 928.1. Durch weitere Modifikationen, wie die Vereinfachung der elektrischen Anlage, dem Verzicht auf eine der beiden Toiletten, die Reduzierung der Einstiege sowie die Ausrüstung für den Einmannbetrieb erhöhten die Wirtschaftlichkeit dieser Fahrzeuge.

Ebenfalls wurden fünf Prototypen einer einteiligen Variante beschafft, diese erhielten die Baureihenbezeichnung 627.1.

Auch hier erfolgte eine zweijährige Erprobungsphase und die Maschinen bewährten sich ebenfalls wie ihre Vorgänger hervorragend. Somit stand einer Serienfertigung nichts mehr im Wege. Von der einteiligen Variante wurden aber keine Fahrzeuge beschafft, da diese nicht wirtschaftlich einsetzbar waren.

Diese drei Triebzüge der Übergangsbaureihe 628.1 (628/928 101, 102 und 103) wurden wie die Vorgängerbaureihe im Bw Kempten stationiert. Bis zum Fahrplanwechsel 2006 waren auch diese auf vielen Strecken im Allgäu anzutreffen. Danach kamen sie noch bis 8. Dezember 2007 in einem eigenen Umlaufplan auf der Außerfernbahn und auf der Illertalbahn zum Einsatz.

Bei der letzten Hauptuntersuchung in den Jahren 2001/2002 wurden die Fahrzeuge zur technischen Vereinheitlichung in einigen Punkten an die Unterbaureihe 628.2 angepasst. Anfang 2008 wurden alle 628.1 z-gestellt und im April 2008 nach Hamm überführt.

628.2

Vor der Serienbestellung mußten doch noch einige kurzfristige Wünsche umgesetzt werden. Es wurde ein Großraumabteil der 1. Klasse, eine anteilmäßige Erhöhung der Nichtraucherplätze, eine verbesserte Belüftung sowie eine Trennwand zwischen den Führerstand und dem Fahrgastraum gefordert. Äußerlich wurde das obere Spitzenlicht unter die Frontscheibe verlegt, die Stirnwand stärker angekippt und anstelle der Rollbandanzeige insgesamt vier elektronische Zugzielanzeiger angebracht. Diese modifizierten Fahrzeuge erhielten die Baureihenbezeichnung 628.2. Zwischen 1986 und 1989 wurden insgesamt 150 Einheiten beschafft.

628.4

1992 wurde von Düwag (ehemals Waggonbau Uerdingen) die Weiterentwicklung 628.4 vorgestellt. Diese zweite Serie wurde nochmals technisch verbessert und weiterentwickelt. Die Motorleistung des Dieselmotors wurde durch Ladeluftkühlung um 20% gesteigert und am Kurzkuppelende wurde eine Doppeltür eingebaut, wobei beide Fahrzeugteile um je 50 cm verlängert wurden. Auch wurde bei den Türen auf die unteren Fensterscheiben verzichtet, da diese beim Vorgänger öfters durch Steinschlag zu Bruch gingen.

Zwischen November 1992 und Januar 1996 wurden insgesamt 309 Triebwagen gebaut. Davon sind zwei Exemplare, mit DB-Nummerierung 628 505-0/928 505-7 sowie 628 506-8/928 506-5, im Bestand der luxemburgischen Staatsbahnen CFL. Auch einige Privatbahnen beschafften sich Triebwagen dieses Typs. 1993/94 wurden fünf Exemplare an die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB) geliefert. Auch die Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn (FKE) erhielt 1994 eine Kombination 628.4/928.4 und 1995 zwei 628.9/629-Triebzüge. Mit der Daadetalbahn übernahm die Westerwaldbahn GmbH 1995 auch eine Vierer-Variante der DB und 2008 folgte der Vierer der Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn (FKE).

628.8/629

Von der Baureihe 628.9/629 wurden speziell für den Einsatz auf der steigungsreichen Bahnstrecke Alzey-Mainz fünf Exemplare beschafft. Diese unterschieden sich technisch, bis auf die doppelte Motorisierung, nicht von den 628.4.