DB-Baureihe 601 (VT 11.5)

Technische Daten

01.08.1990 AW Nürnberg

01.08.1990 AW Nürnberg

Foto: Norman Künemund

Nummerierung:
VT 11 5001 5019
601 001 019
Stückzahlen: 19 Triebköpfe
Baujahre: 1957
Ausmusterung: 1988 (DR 1991)
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Leistung: 2x 810 kW
Länge über Kupplung: 130.720 mm
Dientstmasse: 214 t
Hersteller: MAN, LHB, Wegmann
Bauart: B'2+2'2'+2'2'+2'2'+2'2'+2'2'+2'B

Geschichte

Die Dieseltriebzüge VT 11.5 wurden für den internationalen TEE-Verkehr entwickelt. Er war eine epochale Entwicklung der 1950er Jahre und ein Paradezug der Deutschen Bundesbahn. Das Design stammte vom deutschen Architekten und Industriedesigner Klaus Flesche. 1957 wurden insgesamt 19 Triebwägen, 23 Abteilwägen, acht Großraumwägen, acht Speisewägen sowie neun Küchenwägen an die Deutsche Bahn ausgeliefert. Aus diesen Einheiten wurden dann die planmäßig siebenteiligen Dieseltriebzüge zusammengestellt.

Ab 1957 wurde die Baureihe VT 11.5 zuerst im internationalen TEE-Verkehr eingesetzt. Die beschränkte Sitzplatzkapazität der Dieseltriebzüge sowie eine stets weiter fortschreitende Elektrifizierung des Streckennetzes führte Mitte der 1960er Jahre immer häufiger dazu, dass diese TEE-Verbindungen auf lokbespannte Züge umgestellt wurde. Zwischenzeitlich waren nun auch nationale Verbindungen im TEE-System möglich. Ab 1968, mit der Einführung des neuen Baureihenschemas der DB wurden die Triebzüge unter der Baureihe 601, die Mittelwagen unter Baureihe 901 geführt. Diese wurden mit der Einführung des Intercity-Verkehrs (1971) darin integriert. Der letzte planmäßige, internationale TEE-Einsatz endete 1972.

In Intercity-Verkehr wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h erhöht. Typisch im Intercity-Verkehr war der Einsatz von sechs Einheiten. Um auch bei zehnteilige Einheiten eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreichen zu können, wurden vier Triebköpfe umgebaut. Der Dieselmotor wurde durch eine leistungsstärkere Gasturbine mit 2.200 PS ersetzt. Diese Triebköpfe erhielten die Baureihenbezeichnung 602. 1979 wurde schließlich der Intercity-Verkehr um die 2. Klasse erweitert. Ein Umbau der Züge war nicht vorgesehen, deshalb endete der Einsatz der BR 601 sowie BR 602 im IC-Verkehr.

Ab 1980 wurden die Züge der BR 601/901 im Touristensonderverkehr als Alpen-Seen Express eingesetzt. Die umgebauten Triebzüge waren planmäßig als zehnteilige Einheit unterwegs und verfügten über 300 Sitzplätze. Dieser Planeinsatz endete 1988. Ab 1987 verkaufte die DB fast die gesamte Flotte der BR 601/901 nach Italien. 601 002 und 901 403 waren davon nicht betroffen, diese wurden verschrottet.

Eine zehnteilige Einheit wurde 1990 an Deutschland ausgeliehen und war vom 27. Juli 1990 bis zum 29. September 1990 im Einsatz. Von der Deutschen Reichsbahn der DDR wurde dieser als IC "Max Liebermann" zwischen Hamburg und Berlin eingesetzt. Ein Tei dieses Triebzuges wurde an die ESG Augsburg verkauft und bekam eine blau-beigen Lackierung.

Ein Projekt zum Wiederaufbau und Wiederinbetriebnahme eines TEE-Exemplares der Baureihe VT 11.5 durch die Deutsche Bahn AG mußte leider gestoppt werden. Die Kosten für Umbau/Restaurierung nach heutigen Sicherheitsstandards waren einfach zu hoch. Teile dieses TEE-Zuges waren vor dem Brand im Nürnberger Verkehrsmuseum zu besichtigen.

Quelle: Wikipedia