DB-Baureihe 795/995 (VT 95.9)

Technische Daten

17.08.1980 Ittlingen

17.08.1980 Ittlingen

Foto: Werner & Hansjörg Brutzer

Nummerierung:
VT 95 901 911,
VT 95 912/9112
VT 95 9113 9669
VT 95 9901 9915 (EdS)
ab 1968 795/995
Stückzahlen: 12+557+15
Baujahre: 1950 1958
Ausmusterung: 1983
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Installierte Leistung: 81/96/110 kW
Länge über Puffer: 10.650 13.298 mm
Dientstmasse: 11,5 13,9 t
Hersteller: Waggonfabrik Uerdingen, Rathgeber, Orions, Lüttgens, Waggonbau Donauwörth, MAN
Bauart: A1
Sitzplätze: 57

Uerdinger Schienenbus

Der Uerdinger Schienenbus ist ein dieselbetriebener, zweiachsiger Triebwagen in Leichtbauweise. Insbesondere die VT 95 (ab 1968: Baureihe 795) und VT 98 (ab 1968: Baureihe 798) der damaligen Deutschen Bundesbahn sind mit diesem Begriff verbunden. Einsatzgebiet war der Personenzugdienst auf den Nebenstrecken, wo der Dampflokomotiv- oder Dieselzugbetrieb nicht rentabel war. Zwischen 1950 und 1971 wurden einschließlich aller Lizenzbauten insgesamt 1492 Triebfahrzeuge gebaut. Bei- und Steuerwagen mitgezählt, beläuft sich die Gesamtanzahl der gefertigten Einheiten auf stolze 3306 Wagen.

Prototypen

Im Jahr 1950 wurden von der Deutschen Bundesbahn insgesamt zwölf einmotorige Prototypen in drei Ausführungsvarianten in Dienst gestellt.

Elf Fahrzeuge (VT 95 901 bis 911) wurden mit einem Achsstand von 4,50 m und je einer Einstiegstür je Seite gebaut. Serienstandard wurde schließlich das zwölfte Fahrzeug (VT 95 912), mit 6,0 m Achsstand und zwei Einstiegstüren je Seite.

Zu den Triebwagen wurden ebenfalls passende Beiwagen in Dienst gestellt. Diese Beiwagen hatten einen Achsstand von 4,50 m.

VT 95 Serie (BR 795, einmotorig)

Die Prototypen wurden ergiebig getestet und aus den gewonnenen Erfahrungen entstand der VT 95.9. Dieser wurde von der Waggonfabrik Uerdingen in Zusammenarbeit mit MAN ab 1952 an die Deutsche Bundesbahn ausgeliefert.

Bis 1958 wurden 557 einmotorige Triebwagen, 564 Beiwagen sowie 57 einachsige Schienenbusanhänger für den Gepäck- und Fahrradtransport gebaut.

Die ersten Triebwagen VT 95 9112 (ehemaliger Prototyp VT 95 912) bis 9269 hatten noch zwei Oberlichtfenster im Stirnbereich wodurch aber die Fahrzeugführer bei hohem Sonnenstand geblendet wurden. Dadurch wurden alle weiteren Fahrzeuge ohne diese Fenster ausgeliefert. Bei den bereits ausgelieferten Triebwagen wurden diese Oberlichter später überstrichen.

Mit Einführung des Dreilicht-Spitzensignals (1956) erhielten die Triebwagen ohne Oberlichter im Dachbereich einen integrierten dritten Scheinwerfer. Bei den Triebwagen mit Oberlichter wurde ein Autoscheinwerfer als drittes Spitzensignal montiert.

Da der Fahrzeugführerstand baulich nicht vom Fahrgastraum getrennt war, konnte der Führertisch mit einem hözernen Rollo verschlossen werden. Der Handgriff des Bremsventils sowie der Gangwahlschalter wurden bei Führerstandwechsel vom Triebfahrzeugführer mitgenommen.

Des Weiteren wurden 1956 auch 15 Triebwagen VT 95 inkl. 15 Beiwagen VB 142 an die Eisenbahnen des Saarlandes geliefert. Sie waren in der roten DB-Farbe lackiert und trugen die Aufschrift SAAR. Entgegen der üblichen Betriebspraxis durfte der Triebwagen im Saarland auch mit zwei Beiwagen gefahren werden. Mit der Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik wurden diese Fahrzeuge von der Deutschen Bundesbahn übernommen.

Zum 01. Januar 1968 erhielten die Fahrzeuge die neue Baureihenbezeichnung 795, die Beiwagen 995.