DBAG-Baureihe 155 (DR 250)

Technische Daten

29.04.1999 bei Neulußheim

29.04.1999 bei Neulußheim

Foto: Wolfgang Schränkler

Nummerierung:
DR: 250 001 - 273
DB: 155 001 - 273
Stückzahlen: 273
Baujahre: 1974, 1977 - 1984
Höchstgeschwindigkeit: 125 km/h
Dauerleistung: 5.100 kW bei 107 km/h
Länge über Puffer: 19.600 mm
Dientstmasse: 123,0 t
Hersteller: LEW "Hans Beimler"
Bauart: Co"Co"

Geschichte

Die Baureihe 250 der Deutschen Reichsbahn der DDR ist eine schwere Elektrolokomotive. Seit 1992 wird sie als Baureihe 155 bei der Deutschen Bahn AG geführt. Ihr Einsatzgebiet ist die Bespannung schwerer Güterzüge auf fast allen elektrifizierten Strecken Deutschlands.

Mitte der 1960er Jahre zeigte sich, dass die nach dem Zweiten Weltkrieg beschafften Elektrolokomotiven der Baureihen E 11 und E 42 den gestiegenen Leistungsanforderungen im Güterverkehr teilweise nicht mehr gerecht wurden. Schließlich sollte nun eine Lokomotive beschafft werden, die jeden Reise- oder Güterzug befördern könne und damit universell einsetzbar sei. Diese Lokomotive mit dem Arbeitstitel E 51 waren bereits parallel zu den E 11/E 42 geplant, fanden aber aus Kapazitätsgründen keine Berücksichtigung bei der Beschaffung. Die Prototypen 250 001 bis 250 003 wurden 1974 vom Lokomotivbau Hennigsdorf ausgeliefert. Nach ausgiebiger Erprobungsphase begann man 1977 mit der Serienproduktion, bis 1984 wurden insgesamt 270 Serienlokomotiven an die DR ausgeliefert. Zu Zeiten der DDR bespannten die Lokomotiven jede Zugart im Güter- und im Personenverkehr, wobei auf dem schweren Güterzugdienst der Schwerpunkt lag.

In den Jahren der Wende wurden die Maschinen durch die Verlagerung des Güteraufkommens auf den Straßenverkehr zum großen Teil nicht mehr benötigt. Zeitweise wurden einige Lokomotiven an die schweizerische Südostbahn (SOB) vermietet, ein großer Teil ging jedoch zur Deutschen Bundesbahn und wurde dort unter der DB-Baureihenbezeichnung 155 eingereiht.

Die Lokomotiven wurden bei der Deutschen Bundesbahn im gesamten Schienennetz eingesetzt und waren praktisch vor jeder Art von Güterzügen anzutreffen. Vorzugsweise wurde die Lokomotive im schweren Montan- und Chemie-Verkehr sowie vor schnellen Containerzügen auf den Schnellfahrstrecken eingesetzt.

Zahlreiche Lokomotiven wurden schon wegen diverser Schäden und zur Gewinnung von Ersatzteilen ausgemustert. Auch eine komplette Ausmusterung wurde in Erwägung gezogen, aufgrund von Kapazitätsmangel werden jedoch seit Sommer 2006 wieder Lokomotiven einer Hauptuntersuchung unterzogen.