DRG-Baureihe E 95

Technische Daten

02.07.2011 BW Fest Halle P

02.07.2011 BW Fest Halle P

Foto: Alexander Hertel

Nummerierung: DRG 95 01 06
Stückzahlen: 6
Baujahre: 1927
Ausmusterung: 1969
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
Dauerleistung: 2.418 kW
Länge über Puffer: 17.600 mm
Dientstmasse: 138,5 t
Hersteller: AEG, SSW
Bauart: 1"Co+Co1"

Geschichte

Die Baureihe E 95 war eine schwere Güterzugelektrolokomotive der Deutschen Reichsbahn.

Mit der Entwicklungsarbeit begann man bei der AEG bereits im Jahr 1924. Von Dezember 1927 bis Juni 1928 wurden sechs Lokomotiven ausgeliefert und bei der Deutschen Reichsbahn unter der Betriebsnummer E 95 01 06 eingereiht.

Da die geplante Einsatzstrecke über Liegnitz bis dahin doch noch nicht elektrifiziert war, wurden die Lokomotiven von 1928 bis 1945 im Bw Hirschberg stationiert. Sie wurden vor allem vor den schweren Kohlezügen zwischen Waldenburg-Dittersbach und Görlitz (Schlesische Gebirgsbahn) eingesetzt. Die Maschinen bewährten sich hervorragend.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gingen die Lokomotiven als Reparationszahlung in die UdSSR. Im November 1952 kehrten sie aber zurück nach Ostdeutschland und wurden im RAW Dessau abgestellt. Als sich mit fortschreitender Reelektrifizierung ein steigender Bedarf an Lokomotiven für den schweren Güterzugdienst ergab, wurden 1959 die drei Lokomotiven E 95 01 bis E 95 03 aufgearbeitet. Die anderen drei blieben bis 1966 abgestellt und wurden schließlich ausgemustert.

Da Ende der 1960er Jahre genügend Neubaulokomotiven verfügbar waren und eine deutliche Ausweitung der Elektrifizierung nicht geplant war, verzichtete nun die Deutsche Reichsbahn auf Altbau-Lokomotiven sowie die meisten Splittergattungen. Somit wurde auch die E 95 im Jahr 1969 außer Dienst gestellt. Die vorgesehene neue Bezeichnung Baureihe 255 wurde damit nie verwendet.

E 95 02 wurde als Ersatz für die zukünftige Museumslokomotive E 77 10 als Weichenheizanlage auf dem Hauptbahnhof Halle aufgestellt, die beiden anderen wurden recht zügig verschrottet. Es vergingen einige Jahre, bis die Verantwortlichen bei der Reichsbahn davon überzeugt werden konnten, dass auch die E 95 als Museumslok erhaltenswert sei.

Im Jahr 1979 begann man mit der Aufarbeitung der hinteren Hälfte, 1986 erfolgte dann auch die Aufarbeitung der vorderen Hälfte.

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