DR-Baureihe E 77

Technische Daten

August 1971 in Radebeul Ost

August 1971 in Radebeul Ost

Foto: Karl-Friedrich Seitz

Nummerierung:
E 77 01 31
E 77 51 75
Stückzahlen: 56
Baujahre: 1924-1926
Ausmusterung: 1968
Höchstgeschwindigkeit: 65 km/h
Dauerleistung: 1.600 kW
Länge über Puffer: 16.250 mm
Dientstmasse: 113 t
Hersteller: BMAG, BMS, Krauss, LHW
Bauart: zunächst (1B)(B1), später (1"B)(B1")

Geschichte

Die Baureihe E 77 war bei der Deutschen Reichsbahn als leichte Mehrzweck-Elektrolokomotive vorgesehen. Später wurde sie vor allem vor Güterzügen eingesetzt.

Die Maschinen wurden 1923 von der Deutschen Reichsbahn bestellt und noch unter den Länderbahnbezeichnungen EG 3 mit den Nummern 22 001 bis 031 (bayer.) bzw. EG 701 bis 725 (preuß.) ausgeliefert.

Die 56 Lokomotiven waren für die Strecken im Raum Halle (Saale) Leipzig und für die süddeutschen Strecken bestimmt.

Im Betrieb bewährten sich die E 77 nur bedingt. Es gab häufiger Probleme durch die vielen beweglichen elektrischen Leitungen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden alle Maschinen, im Austausch gegen E 75, an die Reichsbahndirektionen Halle und Hannover abgegeben.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gab es noch 53 Lokomotiven dieser Baureihe. Davon mussten 42 Maschinen, sowie Teile der schadhaft abgestellten Lokomotiven E 77 02, 09, 19, 28, 56, 67, 71 und 73 als Reparationsleistung an die Sowjetunion abgegeben werden.

38 Maschinen der Reparationslokomotiven kehrten 1952/53 in den Bestand der DR zurück. Davon wurden nach 1955 nur die zehn Stück mit den Nummern E 77 03, 10, 14, 15, 18, 24, 25, 30, 52 und 53 instandgesetzt. Die übrigen wurden erst in den 1960er Jahren zerlegt. Als genügend neue Elektrolokomotiven zur Verfügung standen, wurden die E 77 ausgemustert und bis auf die E 77 10 alle Fahrzeuge bis Ende 1966 ebenfalls zerlegt. Die E 77 10 diente noch ein paar Jahre als Weichenheizlok in Halle Hbf und wurde dann im Eisenbahnmuseum Bw Dresden-Altstadt zur Museumslokomotive hergerichtet, wobei sie weitgehend in ihren Ursprungszustand versetzt wurde. Nach ihrer Wiederinbetriebnahme im August 1979 erhielt sie die EDV-gerechte Betriebsnummer 204 710.

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