DB-Baureihe 169 (DRG-Baureihe E 69)

Technische Daten

02.05.2011 Murnau Bahnhof

02.05.2011 Murnau Bahnhof

Foto: Michael Kirchner

Nummerierung:
DRG/DB E 69 01 - 05
DB 169 002 - 005
Stückzahlen: 5
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Bauart: Bo

Geschichte

Als Baureihe E 69 bezeichnete die Deutsche Reichsbahn (DRG) fünf weitgehend ähnlichen Elektrolokomotiven, welche sie am 1. August 1938 bei der Verstaatlichung der Lokalbahn Aktien-Gesellschaft (LAG) übernommen hat.

Die fünf Lokomotiven wurden von der LAG beschafft deren Einsatzgebiet die Ammergaubahn von Murnau nach Oberammergau war. Bei der LAG hatten die sowohl Nummern als auch Mädchennamen.

E 69 01 "Katharina"

Baujahr: 1905
Ausmusterung: 1954
Länge über Puffer: 7.500 mm
Dienstmasse: 23,5 t
Dauerleistung: 160 kW

Die LAG 1 wurde 1905 für den Güterzugdienst beschafft und war die erste Einphasenwechselstrom-Lokomotive in Deutschland. Der Fahrzeugteil stammte von der Katharinenhütte, die elektrische Ausrüstung wurde von den Siemens-Schuckertwerken (SSW) geliefert. Das Äußere entsprach dem Bild der späteren Rangierlokomotiven durch das mittig angeordnete, allseits geschlossene Führerhaus mit dem Stromabnehmer auf dem Dach und zwei flachen, nach vorne bzw. hinten abgeschrägten Vorbauten. 1935 erfolgten in der Werkstatt der LAG eine umfangreiche Überholung mit einigen Umbauten. Mit der Umstellung ihrer Einsatzstrecke auf Bahnstrom 15 kV 16 2/3 Hz war ein weiterer Umbau der Lokomotive unumgänglich. Dieser wurde letztendlich aber doch nicht gemacht, da er bei einer schon fast 50 Jahre alten Lok unwirtschaftlich erschien. So wurde E 69 01 am 25. November 1954 ausgemustert. Nach der Ausmusterung wurde die Lok im Aw München-Freimann wieder in den Zustand der LAG-Zeit zurückgebaut.

E 69 02 "Pauline" und E 69 03 "Hermine"

Baujahr:
1909 (E 69 02)
1912 (E 69 03)
Ausmusterung: 1982
Länge über Puffer: 7.350 mm
Dienstmasse: 25,5 t
Dauerleistung: 306 kW

Um das immer weiter zunehmende Verkehrsaufkommen auf der Strecke bewältigen zu können mussten von der LAG weitere Lokomotiven für den Einsatz vor Personenzügen beschafft werden. Krauss und SSW lieferten die LAG 2, die im August 1909 in Dienst gestellt wurde. Äußerlich war sie der LAG 1 sehr ähnlich, sie hatte den gleichen Stromabnehmer, lediglich die Vorbauten waren etwas höher, damit die stärkeren Motoren untergebracht werden konnten. 1912, wurde von Krauss und SSW die LAG 3 geliefert, die ein nahezu identischer Nachbau ihrer Vorgängerin war.

1938 wurde bei einem Umbau in der LAG-Werkstatt in Murnau in Zusammenarbeit mit BBC nahezu die gesamte elektrische Ausrüstung der LAG 2 erneuert sowie eine BBC-Sicherheitsfahrschaltung eingebaut. Nach Übernahme der Maschinen durch die DRG wurden diese Änderungen 1940 ebenfalls an der E 69 03 im AW München-Freimann durchgeführt.

1949 waren wieder beide Maschinen im AW München-Freimann anzutreffen. Da ihre Einsatzstrecke auf Bahnstrom 15 kV, 16 2/3 Hz umgestellt wurde, erhielten sie dort die Fahrmotoren von ausgemusterten Elektro-Triebwagen der DRG-Baureihe ET 31. Ebenso wurden auch Einrichtungen für den Rangierfunk eingebaut.

1982 wurden sie schließlich ausgemustert, die 169 002-3 war viele Jahre lang die älteste E-Lok der DB.

E 69 04 "Johanna"

Baujahr: 1922
Ausmusterung: 1977
Länge über Puffer: 7.750 mm
Dienstmasse: 25,6 t
Dauerleistung: 237 kW

Für die Strecke Murnau Oberammergau wurde von der LAG zu Beginn der 1920er Jahre dringend eine leistungsfähige Güterzuglokomotive Beginn der 1920er Jahre benötigt. 1922 lieferte Siemens in Berlin eine zweiachsige Lokomotive mit einem recht eigenwilligen Aufbau. Das Führerhaus war am Fahrzeugende und davor befand sich ein langer, abgeschrägter Vorbau, auf den sich das weit vorgezogene Dach mit zwei Ständern abstützte. Krauss-Maffei lieferte 1934 einen neuen Aufbau mit mittigen Führerhaus, der dem der LAG ähnelte. Die Elektrik blieb unverändert bis zum Umbau für das 15-kV-Netz im Jahre 1955 im AW München-Freimann. Die Lokomotive wurde 1977 ausgemustert.

E 69 05 "Adolphine"

Baujahr: 1930
Ausmusterung: 1981
Länge über Puffer: 8.700 mm
Dienstmasse: 32,0 t
Dauerleistung: 565 kW

Die LAG beschaffte als letzte und mit Abstand leistungsstärkste Lokomotive die Nr. 5 von Maffei und SSW für die Beförderung schwerer Güterzüge. Gegenüber den ersten vier Maschinen war das Führerhaus wesentlich geräumiger gestaltet und die relativ kurzen aber hohen und nur wenig abgeschrägten Vorbauten gaben der Maschine ein bulliges Aussehen. Des weiteren war die Lokomotive wesentlich stärker, hatte einen längeren Achsstand und war insgesamt länger. Der ursprüngliche Stromabnehmer mit zwei Schleifstücken wurde später gegen einen Einheitsstromabnehmer ausgetauscht. Diese Maschine wurde als eine der ersten E-Loks überhaupt mit einer serienmäßigen BBC-Sicherheitsfahrschaltung ausgeliefert. Sie wurde im AW München-Freimann auf 15 kV umgebaut. Die Lokomotive war seitdem zusammen mit E 69 04 hauptsächlich im Güterzugdienst eingesetzt, den sie bis zu ihrer Ausmusterung im Jahre 1981 ohne Probleme erledigte.

Quelle: Wikipdia