DB-Baureihe 184 (E410)

Technische Daten

09.05.2009 bei 150 Jahre Eisenbahn in Luxembourg

09.05.2009 bei 150 Jahre Eisenbahn in Luxembourg

Foto: Dieter Schumacher

Nummerierung:
E 410 001 - 003, E 410 011 - 012
ab 1968: 184 001 - 003, 184 111 - 112
Stückzahlen: 5
Baujahre: 1965
Ausmusterung: 2002
Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
Dauerleistung: 3.000 kW
Länge über Puffer: 16.950 mm
Dientstmasse: 84,0 t
Hersteller:
Krupp, AEG: E 410 001 003
Krupp, BBC: E 410 011 012
Bauart: Bo'Bo'

Geschichte

Um einen zeit- und arbeitsintensiven Lokwechsel in den Grenzbahnhöfen zu vermeiden, vergab die Deutsche Bundesbahn 1964 einen Entwicklungsauftrag an AEG, BBC sowie Krupp. Aufgabe war die Entwicklung einer Lokomotive, die den Fahrstrom aus unterschiedlichen Netzsystemen beziehen konnte. Da in den 1960er Jahren der grenzüberschreitende Verkehr nach Frankreich, Belgien und Luxenburg zunahm, entschied man sich bei der Entwicklung für eine vier Systemlokomotive.

Die Baureihe E 410 verfügte über die Ausrüstung zum Betrieb unter mehreren verschiedenen Oberleitungsspannungen. Sie konnte Einsätze unter dem deutschen (15 kV 16,7 Hz) und dem französischen (25 kV 50 Hz) Wechselstromsystem sowie dem belgischen und französischen Gleichstromnetz (3 kV bzw. 1,5 kV) fahren und brachten ihr schnell den Beinamen "Europa-Lok" ein. Als charakteristisches Merkmal hatte die Baureihe E 410 ursprünglich vier Stromabnehmer.

Zum 1. Januar 1968, mit Einführung des EDV-Baureihenschemas erhielten die Lokomotiven die Baureihenbezeichnung 184. Beheimatet war diese im Bw Köln-Deutzerfeld.

Aus dieser Baureihe wurden später auch die vier Zweisystemlokomotiven der Baureihe E 310 (ab 1968: Baureihe 181) abgeleitet.

Im Sommer 1969 erfolgten die ersten fahrplanmäßigen Einsätze der Baureihe 184 vor Schnellzügen zwischen Köln und dem belgischen Lüttich. Die Lokomotiven verursachten nicht nur erheblichen Störungen in den belgischen Sicherungsanlagen (Gleisbesetztmelder) sondern fielen zudem auch noch durch die starken Stromschwankungen ständig aus. Der Einsatz im belgischen Netz endete daher schon zum 26. September 1971. Neues Aufgabengebiet war dann das Ziehen von Zügen im Nahverkehr rund um Köln, teilweise wurden sie aber auch vor D-Zügen eingesetzt.

Da die Loks aber nicht wirtschaftlich eingesetzt waren, entschloß man sich 1979 bei der Deutschen Bundesbahn zur Verlagerung nach Saarbrücken. Dort wurden die Komponenten für den Gleichstrombetrieb stillgelegt und die Maschinen wurden überwiegend im grenzüberschreitenden Verkehr von Trier nach Luxemburg und Frankreich eingesetzt. Des Weiteren waren sie auch im Eilzugdienst im Saarland und der Pfalz eingesetzt.

Im Jahr 2002 erfolgte mit Ablauf der Revisionsfristen die Ausmusterung.