DB-Baureihe 120

Technische Daten

25.06.1994 in Singen

25.06.1994 in Singen

Foto: Werner Ertinger

Nummerierung:
bei Auslieferung:
120 001 - 005
120 101 - 160
nach Umbau:
120 201 - 208
120 501 - 502
Stückzahlen: 65
Baujahre:
1979 - 1980 (120.0)
1987 - 1989 (120.1)
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Dauerleistung: 4.400 kW
Länge über Puffer: 19.200 mm
Dientstmasse: 84,0 t
Hersteller: BBC, Henschel, Krauss-Maffei, Krupp
Bauart: Bo Bo

Geschichte

Die Baureihe 120 ist eine Elektrolokomotive der Deutschen Bahn AG und ist die erste in Serie gebaute Drehstrom-Lokomotive der Welt. Sie stellt einen Meilenstein in der Entwicklung elektrischer Lokomotiven dar, ausgehend von dieser Technologie wurden Mitte der 1980er Jahre die ersten ICE-Triebköpfe entwickelt.

Mit dieser Technik wurde es möglich, alle damals in Betrieb befindlichen Elektroloks zu ersetzen und jede Art von Zug, egal wie schwer oder wie schnell, zu befördern. Dies wollte die DB schon Anfang der 1950er Jahren mit der E 10 erreichen. Mit dem Wechselstromantrieb war dies jedoch damals noch nicht möglich, was zur Aufspaltung in Schnellzuglok (E10) und Güterzuglok (E40/E50) führte.

Die 120 001 wurde am 14. Mai 1979 an die damalige Deutsche Bundesbahn ausgeliefert und beim Bw Nürnberg erprobt. Bis Januar 1980 erfolgten auch die Auslieferungen der 120 002-005. Die Lokomotiven wurden 4 Jahre ausgiebig erprobt, 1984 wurden dann 60 Serienlokomotiven der Baureihe 120.1 bestellt.

Die offizielle Vorstellung dieser neuen Baureihe erfolgte am 17. und 18. Oktober 1984. Hier erreichte die 120 001-3 vor einem Sonderzug eine Geschwindigkeit von 265 km/h.

Die fünf Vorserienmaschinen wurden immer wieder auch im Plandienst mit den Serienlokomotiven eingesetzt, überwiegend dienten sie jedoch als Bahndienstfahrzeuge oder als Erprobungsträger neuer Technologien, die in den neuen Elektrolokomotiven der späten 1990er Jahre Verwendung fanden. Durch den Einsatz als Bahndienstfahrzeuge erfolgte die Umzeichnung in die Baureihe 752.

Heute (Stand 2011) werden diese Lokomotiven weiterhin vorrangig im IC-Verkehr eingesetzt. Da die Lokomotiven in den ersten Jahren ihres Einsatzes zum Teil überbeansprucht wurden (am Tag im Personenfernverkehr, nachts vor schweren Güterzügen), hat die Zuverlässigkeit mittlerweise deutlich nachgelassen (Rahmenrisse bzw. andere gravierende Schäden).


Umbau-Variante 120.2
Fünf Exemplare dieser Baureihe wurden im Jahre 2007 mit einem Nahverkehrspaket (Zugzielanzeiger, Zugabfertigungssystem, Server u. a.) ausgerüstet und als Baureihe 120.2 eingereiht. Die Lokomotiven 120 116-9, 120 129-2, 120 107-8, 120 128-4, 120 121-9 erhielten die neuen, fortlaufenden Ordnungsnummern 201 bis 205. Mit maximal 160 km/h befahren sie die Strecke Rostock Schwerin Hamburg.

Ende 2010 wurden drei weitere Lokomotiven 120 117-7, 120 136-7, 120 139-1 mit den neuen Ordnungsnummern 120 206 bis 208 an DB Regio Rheinland abgegeben. Sie verkehren in Nordrhein-Westfalen für den Rhein-Sieg-Express.


Umbau-Variante 120.5
Anfang 2005 wurde die beiden Lokomotiven 120 153 und 120 160 an die DB Systemtechnik verkauft. Auch diese Lokomotiven erhielten abweichende Ordnungsnummern. Sie wurden dort unter 120 501 und 120 502 eingereiht und kommen vor Versuchs- und Messzügen in ganz Deutschland zum Einsatz.