DBAG-Baureihe 344-347 (DR 105,106, V 60)

Technische Daten

03.09.2005 AW Meiningen

03.09.2005 AW Meiningen

Foto: Wolfgang Schränkler

Nummerierung:
V 60.10: V 60 1001 - 1170
V 60.12: V 60 1201 - 1610
106 001 - 170
106 181 - 185 (Werkloks)
106 201 - 999
105 001 - 165
105 965 - 991 (Werkloks)
Baujahre:
1959 (Prototyp)
1962 1964 V 60.10
1964 1982 V 60.12
Ausmusterung: 1992ff.
Höchstgeschwindigkeit:
30 km/h (Rangiergang)
60 km/h (Streckengang)
Stundenleistung:
478 kW
365 kW (Baureihe 344)
Länge über Puffer: 10.880 mm
Dientstmasse:
55,0 t (V 60.10)
60,0 t (V 60.12)
Hersteller:
LKM Babelsberg (V 60.10)
LEW Hennigsdorf (V 60.12)
Bauart: D

Geschichte

Die vierachsige Lokomotive mit asymmetrische angeordneten Führerstand sowie Antrieb über Blindwelle und Kuppelstange wurde von der VEB Lokomotivbau "Karl Marx" (LKM) Babelsberg gebaut. Der Erprobung des Prototypen (V 60 1001) begann ab 05. Februar 1959, ein zweites Baumuster (V 60 1002) folgte im September 1959.

In der Erprobungsphase erkannte man, dass konstruktive Änderungen notwendig waren. In der folgenden Kleinserien (V 60 1003 - 1007), die ab 1961 erprobt wurden, wurden u.a. ein verstärkter Rahmen und eine andere Stufengetriebeschaltung eingebaut. 1962 startete man im LKM Babelsberg mit der Produktion von 163 Serienlokomotiven, die bis 1964 ausgeliefert wurden. Obwohl die Maschinen die DR durchaus überzeugten, wurde hier und da noch Verbesserungspotential gesehen. Es wurde eine verbesserte Variante V 60.12 entwickelt und produziert. Die Reibmasse wurde durch den Einbau von 5t Grauguss-Ballast von 55 t auf 60 t erhöht. Des weiteren erstreckte sich das Führerhaus nun über die gesamte Rahmenbreite und wurde mit einem Sonnenschutzdach versehen und war das auffälligste Unterscheidungsmerkmal zu den älteren V 60. Der Prototyp (V 60 1201) wurde noch von LKM gebaut, die Serienproduktion wurde dann aber an die VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke Hennigsdorf (LEW) vergeben.

1970, mit Einführung des EDV-Nummernplanes, wurden beide V60-Varianten zur Baureihe 106 umgezeichnet. 1975 mit Lieferung der 106 999 war der Nummernkreis ausgeschöpft. Da es bereits eine Baureihe 107 gab, wurden die noch folgenden Lokomotiven als Baureihe 105 bezeichnet. Die letzte V 60 (105 165) wurde 1982 an die BR ausgeliefert. In den folgenden Jahren kaufte die Deutsche Reichsbahn teilweise auch Werkslokomotiven des Typs V 60. Diese wurden ebenfalls in die Baureihe 105 eingegliedert und erhielten 900er Ordnungsnummern.

Diese Baureihe ist mit einer Stückzahl von 2.256 eine der meistproduzierten europäischen Regelspurloks, von denen ein nicht geringer Teil in den Export gingen.

Nach dem Zusammenschluß der beiden deutschen Staatsbahnen standen der Deutschen Bahn nun die Baureihe 362-365 (V 60 der DB) sowie die Baureihe 344-347 (V 60 der DR) zur Verfügung. Die DB-V60 schnitt durch ihren geringeren Verbrauch sowie bereits nachgerüsteter Funkfernsteuerung besser ab als die DR-V60, die somit nach und nach abgestellt wurde und in den Besitz diverser Privatbahnen überging. 2010 waren nur noch einige 345/346 im Bestand der DB Autozug und einige 347er Breispurmaschinen im Einsatz am Fährhafen Mukran.

Baureihe 344

Aufgrund von langen Leerlauf- und Teillastzeiten war der Einsatz der Baureihe 105/106 an vielen Bahnhöfen unwirtschaftlich. Mitte der 1980er Zeiten suchten man daher nach Möglichkeiten, die V 60 effizienter zu machen. Die 106 900 wurde mit einem leistungsärmeren und modernen Motor ausgerüstet und ausgiebig getestet. Durch diese Maßnahme wurde zwar weniger Kraftstoff verbraucht, dem gegenüber standen aber der hohe Umbauaufwand. Bei der Deutschen Bahn entschied man sich für eine Drosselung des vorhandenen Zwölfzylinder-Motors auf 365 kW, 1.100 U/min sowie die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 55 km/h. Des weiteren wurde ein neues elektronisch gesteuertes Strömungsgetriebe eingebaut, das im unteren Geschwindigkeitsbereich fast gleiche Anfahr- und Dauerzugkraft wie mit der vorherigen Leistung (478 kW) ermöglichte. Rein rechnerisch ergaben sich für jede Maschine durch diesen vereinfachten Umbau eine Kraftstoffeinsparung von 15t/Jahr. Der Serienumbau von 81 Lokomotiven in die neue Baureihe 344 erfolgte 1991. Die DB Cargo betrachtete diese wirtschaftlichen Maschinen als Splitterbauart und wurden daher als erste ausgemustert.

Baureihe 347

Als letztes großes Verkehrsprojekt der DDR wurde 1986 der neue Fährhafen Mukran bei Sassnitz in Betrieb genommen. In erster Linie diente dieser für eine störungsfreie Verbindung der DDR mit der damaligen UdSSR. Da die osteuropäischen Eisenbahnen eine größere Spurweite (1.520 mm) haben, wurden am Hafenbahnhof neben den 48 km Regelspur- auch 24km Breitspurgleise verlegt. Für die dort anfallenden Belade-, Entlade- und Rangierarbeiten wurden 14 Lokomotiven der Baureihe 105 auf 1.520 mm umgespurt. Zur besseren Unterscheidung zu den Regelspurmaschinen wurden diese umgebauten Maschinen 1992 als Baureihe 347 bezeichnet.

Quelle: Wikipedia