DBAG-Baureihe 219, 229 (DR 119)

Technische Daten

29.12.1993 Bw Rummelsburg

29.12.1993 Bw Rummelsburg

Foto: Norman Künemund

Nummerierung:
DR 119 001 200
DB 219 003 200
DB 229 ...
Stückzahlen: 200
Baujahre: 1976 1985
Ausmusterung: bis 2006
Höchstgeschwindigkeit: 120 / 140 km/h
Leistung: 2x 990 /1100 /1380 /1500 kW
Länge über Puffer: 19.500 mm
Dientstmasse: 96 / 101 t
Hersteller: Lokomotivfabrik "23. August" Bukarest
Bauart: C"C"

Geschichte

Die Baureihe 119 der Deutschen Reichsbahn ist eine Weiterentwicklung der erfolgreichen DR-Baureihe 118. Ende der 1970er Jahre wurden in der DDR Lokomotiven mit elektrischer Zugheizung, einer Achsfahrmasse von unter 16 t sowie mit einer Leistung von über 2000 PS benötigt.

Diese konnten nicht in der DDR vom Lokomotivbauer VEW LEW Hennigsdorf gebaut werden, da dieser lt. RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) keine Dieselloks mit mehr als 1500 PS produzieren durfte. Aus der UdSSR konnten nur schwere Maschinen der Baureihe 130-142 bezogen werden. Der einzigste Lokomotivbauer, der auch das Baukastenprinzip übernehmen wollte, kam aus Rumänien. Die Lokomotivfabrik Bukarest 23. August erklärte sich sogar bereit, Dieselmotoren aus DDR-Produktion einzubauen. Aufgrund von Problemen in der staatlichen Plankommission der DDR kam es aber nie zum Einbau der Motoren aus Eigenproduktion. In der Bukarester Fabrik wurden dann Motoren des westdeutschen Herstellers MTU in Lizenz gebaut und in die Baureihe 119 eingesetzt. Weitere Zulieferaufgaben wurden über Ländern des RGW abgewickelt, aus DDR-Produktion kamen u. a. Achs- und Strömungsgetriebe.

Von 1976 bis 1983 wurden von der Deutschen Reichsbahn 200 Lokomotiven beschafft. Aufgrund der runden Maschinenraumfenster wurden die Lokomotiven auch "U-Boot" genannt. In der Anfangszeit standen ca. 50% der Maschinen zur Reparatur in den Werkstätten. Bei umfangreichen Umbaumaßnahmen, damals auch Germanisierung genannt, wurden neben den Dieselmotoren auch die Achsaufhängungen sowie andere anfällige Komponenten durch DDR-Eigenproduktionen ersetzt. Die Ausfälle gingen zwar zurück, aber es standen immer noch zu viele der Fahrzeuge (20-30%) zur Reparatur. Schnell bekam diese Baureihe den Beinamen "Karpatenschreck" oder "Ceausescus Rache". Die Baureihe 119 war mit einer Nennleistung von 2700 PS die leistungsstärkste Lokomotive der Deutschen Reichsbahn. Aufgrund ihrer maximalen Achslast von nur 16t konnte sie auch auch Nebenstrecken eingesetzt werden.

Um eine dauerhafte Traktionsleistung von 1800 kW zu erhalten, wurden Anfang der 1990er Jahre erneut leistungsstärkere Motoren mit 1100 kW eingebaut sowie das Getriebe angepasst.

Baureihe 229

Nach dem Zusammenschluss der beiden deutschen Bahnen wollte man die Baureihe 219 für weitere Jahre einsetzen. Unter Beibehaltung ihrer Ordnungsnummer wurden 20 Maschinen bei Krupp in Essen vollständig modernisiert. Durch den Einbau von deutlich leistungsstärkeren Motoren konnte die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 140 km/h heraufgesetzt werden. Da es in der Elektifizierung noch Lücken im Hauptbahnnetz der Deutschen Reichsbahn gab, wollte man diese Maschinen auch im InterCity-Dienst von und nach Berlin eingesetzen.

Da die Modernisierungskosten doch erheblich waren und fast den Preis für neue Lokomotive erreichten, wurde nach diesen 20 Maschinen keine weiteren mehr saniert. Die Fahrzeuge wurden in Thüringen beheimat und erhielten die Baureihenbezeichnung 229. Im Jahr 2003 wurden diese bei der Deutschen Bahn außer Dienst gestellt.

Farbvarianten

Ursprünglich wurde die Baureihe 119 gemäß dem Farbschema der Deutschen Reichsbahn der DDR in bordeauxrot mit weißer Buchbinde ausgeliefert. Nach dem Übergang in den Bestand der Deutschen Bahn wurden diese dann orientrot mit weißem Lätzchen lackiert. Ab Ende der 1990er Jahre folgte dann eine verkehrsrote Lackierung mit weißem Balken auf der Front.