DB-Baureihe 290/291/294/295/296 (V 90)

Technische Daten

29.10.1991 Bw Aachen-West

29.10.1991 Bw Aachen-West

Foto: Norman Künemund

Nummerierung:
290 001 - 407
290 999, später 408
bei remotorisierten Maschinen wurde die Ordnungsnummer um 500 erhöht
Stückzahlen: 408
Baujahre: 1963; 1964 1974
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Dauerleistung: 800 kW
Länge über Puffer: 14.000 mm
Dientstmasse: 80,0 t
Hersteller: MaK, Jung-Jungenthal, Henschel, Krupp, Klöckner-Humboldt-Deutz (KHD)
Bauart: B B

Geschichte

Die Baureihe V 90 ist eine schwere Rangier- und Verschiebelokomotive und ähnelt den Streckenlokomotiven der Baureihe 211 und 212, aus denen diese weiterentwickelt wurde.
Für den schweren Rangierdienst war eigentlich eine Variante der V 100 mit Ballast und verstärkten Rahmen geplant, was allerdings an mangelnder Stabilität scheiterte. MaK konstruierte daraufhin eine schwerere und längere V 90 und belieferte 1964 die Deutsche Bundesbahn mit zunächst 20 Vorserienlokomotiven (290 001 bis 290 020). Diese waren mit dem Motor der Baureihe 211 ausgestatten, hatten eine Leistung von 1100 PS und ermöglichten eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Die Serienbelieferung startete 1966 mit der 290 021, bis Ende 1974 wurden 408 Exemplare produziert. Gegenüber den Vorserienlokomotiven wurden bei den Serienlokomotiven der Rahmen auf 14,32m verlängert, hatten die Motoren der Baureihe 212 mit 1350 PS Leistung und erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Die Maschinen wurden ursprünglich in purpurrot (RAL 3004) ausgeliefert. Mitte der 1970er Jahre wurden diese dann in ozeanblau-elfenbein (RAL 5020, RAL 1014) umlackiert, gefolgt vom orientroten (RAL 3031) Farbschema in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre. Ende der 1990er Jahre wurden diese dann in verkehrsrot (RAL 3020) umgespritzt.

Im Ausbesserungswerk Cottbus werden die Lokomotiven seit 2003 mit einem moderneren und leistungsstärkeren Motor (1000 kW) umgerüstet, der trotz der höheren Leistung im Durchschnitt 5,4 Liter Diesel pro Betriebsstunde bei Vollast einspart. Bei diesen remotorisierten Maschinen wurde die Ordnungsnummer um 500 erhöht.

Bundeswehr-Lokomotive 290 999

Die Bundeswehr beschaffte sich auch eine Lokomotive der Baureihe V 90 für den Einsatz im Luftwaffenversorgungsregiment 8 in Mechernich. Diese wurde dann später leihweise der Deutschen Bundesbahn zur Verfügung gestellt und erhielt die Ordnungsnummer 290 999. Zum 1. Januar 1996 ging diese dann schließlich nach langjährigen Verhandlungen in das Eigentum der Deutschen Bahn AG über. Diese Maschine bekam die Nummer 290 408 und wurde nach dem Umbau auf Funksteuerung als 294 408 geführt. Seit dem Aufrüsten mit dem neuen Motor (1000 kW) fährt diese nun unter der Bezeichnung 294 908.

Baureihe 291

Die Lokomotiven dieser Baureihe wurden mit einem 8-Zylinder-MaK-Reihenmotor mit einer Leistung von 1400 PS ausgestattet. Dieser Schiffsdiesel-Motor, war eigentlich nur für den Rangierdienst mit hohem Drehmoment bei niedriger Drehzahl ausgelegt und eignete sich für den Streckendienst mit hoher Dauerleistung nicht wirklich.

Zur Testerprobung bestellte die Deutsche Bahn drei Vorserienlokomotiven (291 901 bis 903), nach erfolgreicher Erprobung wurden noch 100 Serienlokomotiven beauftragt, die überwiegend in Norddeutschland eingesetzt wurden.

Umbau-Lokomotiven der Baureihe 294 und 295

Um Rangierpersonal einzusparen begann man 1995 mit dem Umbau einer großen Anzahl von Lokomotiven der Baureihe 290. Diese wurden mit einer Funkfernsteuerung, wie auch schon bei den kleineren Rangierlokomotiven der Baureihe V 60 und Köf III im Einsatz, nachgerüstet. Diese Maschinen wurden nach dem Umbau als Baureihe 294 geführt. Auch Loks der Baureihe 291 erhielten eine Funkfernsteuerung und wurden zur Baureihe 295.

Umbau-Lokomotiven der Baureihe 296

Um einen noch flexibleren Einsatz an den Rangierbahnhöfen Gremberg, Mannheim, München Nord und Seelze zu ermöglichen wurden weitere 45 Lokomotiven der Baureihe 290 umgerüstet. Diese Lokomotiven verfügten bereits über Bergfunk und bekamen neben der KM-Fernsteuerung auch den leistungsstärkeren MTU-Motor (1000 kW). Bei diese Lokomotiven der neu geschaffenen Baureihe 296 wurde die Ordnungsnummer nicht um 500 erhöht.

Quelle: Wikipedia