DB-Baureihe 230 (V 300)

Technische Daten

Nummerierung:

ML 2200 C"C":
Jugoslawien:
J D 66-001 "Dinara"
J D 66-002 "Kozara"
J D 66-003 "Sutjeska"
später: J 761 001-003

ML 3000 C"C"
Ungarn:
MÁV M 61 2001 (1960)

Deutsche Bundesbahn:
V 300 001 (1963 1968)
230 001-0 (ab 1968)
Stückzahlen: 4
Baujahre: 1957, 1958*
Ausmusterung: J : 1991 / DB: 1975*
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h / 140 km/h*
Leistung: 2 809 kW / 2 1103 kW*
Länge über Puffer: 20.270 mm
Dientstmasse: 96 t / 104 t*
Hersteller: Krauss-Maffei
Bauart: C C

* = Umbau zur ML 3000 C"C"

Geschichte

Die Diesellokomotive ML 2200 C"C" wurde von Krauss-Maffei entwickelt und war eine sechsachsige Variante der Baureihe V 200.

Vorausgegangen war eine Erprobungs- und Vorführreise der V 200 005 in die Türkei, Griechenland und Jugoslawien, die 1955 seitens Deutscher Bundesbahn und Krauss-Maffei unternommen wurde. Dabei wurde das Interesse der Jugoslawische Staatseisenbahn J an der V 200 geweckt. 1956 erfolgte eine Bestellung von drei Lokomotiven mit der Auflage einer reduzierten Achslast, da auf den jugoslawischen Strecken nur eine Achslast von 16 t zulässig war. Damit musste eine Variante der V 200 als sechsachsige Variante her. Die drei Maschinen wurden im Mai 1957 ausgeliefert und waren hellgrau-blau lackiert. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel trafen keine weiteren Bestellungen aus Jugoslawien ein.

Krauss-Maffei fertigte eine ML 2200 C"C" auf eigene Rechnung, deren Aufbau ebenfalls hellgrau und blau lackiert war. Diese wurde vom 22. September bis zum 2. Oktober 1957 auf der Semmeringbahn in Österreich erprobt. Beim folgenden Probeeinsatz auf der Schwarzwaldbahn kam man im Oktober 1957 zum Ergebnis, dass die Höchstgeschwindigkeit der Lokomotiven nicht ausreichend sei. Die Firma Krauss-Maffei veranlasste daraufhin den Umbau der Lokomotive zur ML 3000 C"C" (Oktober 1957 bis Mai 1958). Abschließend folgte eine Umlackierung in Cremeweiß und Rot mit zwei weißen Absetzstreifen über dem Fahrzeugrahmen. Es folgten weitere Versuchsfahrten auf der Schwarzwaldbahn, der Mittenwaldbahn, der Allgäubahn und wiederum auf der österreichischen Semmeringbahn. Auch fanden vom 15. Juli bis 27. September 1960 Versuchsfahrten in Ungarn statt.

Die Deutsche Bundesbahn mietete die Lokomotive ab 01.01.1963 und führte diese unter der Bezeichnung V 300 001. Sie kam zum Bundesbahn-Versuchsamt nach Minden und wurde äußerlich unverändert gelassen. Am 17. April 1964 erfolgte schließlich der Kauf der Maschine. Es folgte eine Ausbesserung im AW Nürnberg, bei der sie die gleiche grau-rote Farbgebung wie die V 200 erhielt. Das folgende Einsatzgebiet war der Schnellzug- sowie Güterzugdienst.

Zum 01.01.1968 erfolgte die Umzeichnung in 230 001-0. Nach weiteren Jahren im Schnellzugdienst folgte die Ausmusterung am 26. August 1975 mit Abstellung im AW Nürnberg.

1977 wurde die Lokomotive nach Italien verkauft. Bei Probefahrten konnte sie zwar durch ihre Zugkraft überzeugen, aber aufgrund ihrer Länge war sie nicht für alle Nebenstrecken geeignet. Nachdem der Kaufvertrag annulliert wurde kam die Lok, nach etwa einem Jahr Aufenthalt, Ende 1978 wieder zurück nach Deutschland.

1980 wurde die Lokomotive schließlich bei der Firma Layritz in Penzberg verschrottet.

Bilder verfügbar