DB-Baureihe 219 (V 169)

Technische Daten

11.08.1982 im AW Bremen

11.08.1982 im AW Bremen

Foto: Peter Wittmann

Nummerierung:
V 169 001
ab 1968 219 001
Stückzahlen: 1
Baujahre: 1965
Ausmusterung: 1978
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Leistung: 1.580 kW (2150 PS)
+ 662 kW (900 PS) Gasturbine
Länge über Puffer: 16.400 mm
Dientstmasse: 76,7 t
Hersteller: Klöckner-Humboldt-Deutz
Bauart: B B

Geschichte

Die V 169 001 war der Prototyp für Diesellokomotiven mit einer Gasturbine als Zusatzantrieb und wurde 1965 aus der Baureihe V 160 entwickelt. Hintergrund dieser Entwicklung war die Erprobung des zukünftigen Einheitstyps, der mit einer elektrischen Zugheizung ausgestattet werden sollte. Hierfür war mehr Motorleistung erforderlich, als die bisher in der V 160 installierten Motoren liefern konnten. Neben der V 169 wurden auch drei Exemplare der V 162 bestellt, die zusätzlich mit einem kleineren Dieselmotor, dem Heizdiesel, ausgestattet waren.

Am 04.06.1965 wurde die V 169 001 vom KHD-Werk in Köln ausgeliefert und auf der Internationalen Verkehrsausstellung in München der Öffentlichkeit präsentiert. Anschließend wurde noch die Zugheizung installiert, so dass sie erst im Januar 1966 von der DB abgenommen wurde. Ab März 1966 ging sie dann auf der Allgäubahn München Lindau in die Erprobung. Dafür wurde sie im Bw Kempten stationiert.

Die Bauweise bei der V 169, den Generator für die Heizung mit einer Zapfwelle aus dem Strömungsgetriebe anzutreiben, hat sich hierbei bewährt und wurde für spätere Serienlokomotiven der Baureihen 218 und 210 übernommen. Ebenso wurde die grundsätzliche Brauchbarkeit des Zusatzantriebs mit Gasturbine bewiesen. Dieser Antrieb wurde später analog in den Serienloks mit Gasturbine der Baureihe 210 aufgebaut, welche allerdings eine stärkere Turbine erhielten.

Von der Baureihe V 169 wurde seitens DB nur eine Lokomotive beschafft. Ihre EDV-gerechte Bezeichnung ab 1968 lautete 219 001-5.

1971, mit dem Erscheinen der Baureihe 210 war die leistungsschwächere 219 001-5 auf der Allgäubahn überholt. Als die Gasturbine im Jahr 1974 einen Schaden der Brennkammer erlitt, wurde sie ausgebaut. Der Diesel wurde auf 1400 kW (1900 PS) gedrosselt. Die Heizanlage der Lok wurde ebenfalls stillgelegt. Damit konnte die Lok in Kempten nicht mehr verwendet werden. Die Lok wurde ab 1975 beim Bw Gelsenkirchen-Bismarck als reine Güterzuglok bis zum Fristablauf am 25. November 1977 eingesetzt. Die Ausmusterung bei der DB erfolgte 1978. Bis 1985 war sie in Bremen abgestellt, dann wurde die Maschine an ein Gleisbauunternehmen in Italien verkauft, aufgearbeitet und meist zwischen Rom und Neapel mit der Bezeichnung T1591 eingesetzt.

Durch die deutsche Bahnreform waren preiswerte gebrauchte Lokomotiven mit einer Zulassung für Deutschland recht begehrt. Im Dezember 1998 kam die Maschine zurück nach Deutschland. Sie wurde bis April 2000 komplett aufgearbeitet und ist heute noch (Stand 2012), allerdings ohne Gasturbine, bei den Eisenbahnen und Verkehrsbetrieben Elbe-Weser als EVB 420.01 in Betrieb.

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