DB-Baureihe 210, 210.4, 218.9

Technische Daten

25.04.1997 Berlin - Zoo

25.04.1997 Berlin - Zoo

Foto: Friedrich Giemulla

Nummerierung:
210 001 008
Stückzahlen: 8
Baujahre: 1970 1971
Ausmusterung: 1981 (Umbau); 2004
Höchstgeschwindigkeit:
160 km/h / 140 km/h (nach Umbau zur 218.9)
Dauerleistung:
1839 kW Hauptdiesel + 845 kW Turbine
Länge über Puffer: 16.400 mm
Dientstmasse: 82 t
Hersteller: Krupp
Bauart: B B

Geschichte

Die Baureihe 210 war eine Serie von acht Diesellokomotiven, die mit Gasturbinen ausgerüstet waren, die zur Leistungssteigerung zugeschaltet werden konnten.

Die erste Lokomotive der Baureihe V 160 wurde in den 1960er Jahren in den Dienst gestellt und waren für den mittelschweren Dienst ausgelegt. Für die Anwendungen im schweren Reisezugdienst auf der nicht elektrifizierten und sehr kurvenreichen Strecke München - Lindau wollte die Deutsche Bahn eine Leistungssteigerung dieser Lokomotiven erreichen. Es wurde ein Konzept erstellt, die einmotorige Baureihe V 160 mit einer Gasturbine zur erweitern. Durch Zuschaltbarkeit dieses Antriebes wollte man den hohen Kraftstoffverbrauch in einem Dauerbetrieb entgehen. Beim Beschleunigen sowie an Steigungen wurde die Turbine aktiviert.

Die V 169 001 (219 001) war ab 1966 mit diesen Zusatzantrieb ausgestattet. Für die Nachfolgeserie wollte die DB aber stärkere Gasturbinen einsetzen, die dann ab 1970 die Baureihenbezeichnung 210 trugen. Im Bw Kempten waren Ende 1971 acht Lokomotiven der Baureihe 210 stationiert, die dort auch planmäßig eingesetzt wurden. Der TEE Bavaria sowie die schweren Schnellzüge Zürich-München waren beispielsweise deren Einsatzgebiet.

In den Anfangsjahren wurden alle Erwartungen an diese Maschinen erfüllt, nur die geringe Heizleistung im Winter war eine Schwäche, die aber durch einen Einsatz in Doppeltraktion umgangen werden konnte. Den erste größere Zwischenfall gab es am 24. März 1978, dort brach bei der 210 003 eine Turbinenschaufel. Daraufhin wurden alle Lokomotiven dieser Baureihe einer Inspektion unterzogen und an einigen Turbinenschaufeln weitere Ermüdungserscheinungen festgestellt. Nach Austausch kehrten alle Lokomotiven bis 13. Oktober 1978 wieder in den Dienst zurück.

Am 31. Dezember 1978 kam es wieder zu einem Zwischenfall, bei der Durchfahrt in Eichenau brach ein Verdichterlaufrad, das zusätzlich noch eine Kraftstoffleitung beschädigte. Die Lokomotive geriet daraufhin in Brand, welcher aber durch die Feuerwehr gelöscht werden konnte. Durch den schnellen Einsatz kam es aber zu keinem größeren Schaden an der Lokomotive. Daraufhin wurden wieder alle Loks mit Gasturbinen stillgelegt. Die darauffolgende Untersuchungen ergaben, dass die häufigen kurzen Aktivierungen der Gasturbine deren Lebensdauer erheblich verkürzte. Die hohen Unterhaltungskosten für häufigere Wartung, Reparatur, Austausch der Turbinen sowie der höhere Kraftstoffverbrauch im Vergleich zum Dieselmotor machten diese Loks unwirtschaftlich.


Umbau zur Baureihe 218.9

Aufgrund dieser Unwirtschaftlichkeit entfernte die DB die Gasturbinen und baute die Lokomotiven zur Baureihe 218.9 (218 901-906 und 218 908) um. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 140 km/h reduziert. Anfangs waren die Lokomotiven weiterhin beim Bw Kempten stationiert und wurden mit anderen Lokomotiven der Baureihe 218 eingesetzt. Die schweren Reisezüge der Allgäubahn wurden nun in Doppeltraktion gezogen. 1983 wurden die Maschinen zum Bw Braunschweig und 2001 weiter nach Stendal verlegt. Die Ausmusterung der kompletten Baureihe 218.9 erfolgte zwischen 2004 und 2006.

Baureihe 210.4

Im September 1996 wurden 12 Lokomotiven der Baureihe 218 (218 430 bis 434 und 218 456 bis 462) am Bw Lübeck ausgesucht, umgebaut und wieder als Baureihe 210, unter Beibehaltung ihrer Ordnungsnummer, eingegliedert. Ihre Aufgabe war die durchgehende InterCity-Linie von München über Berlin bis Hamburg zu unterstützen. Eigentlich wurden diese Züger von der Baureihe 120 gezogen, zwischen den Bahnhöfen Nauen und Berlin Zoologischer Garten war die Strecke aber nur teilweise elektrifiziert, hier kam dann die zweite Besetzung der Baureihe 210 zum Einsatz, in Doppeltraktion zogen diese die E-Lok. Nach Abschluß der vollständige Elektrifizierung der Strecke wurden die Lokomotiven wieder zurückgebaut und erhielten zum 31. Dezember 1998 ihre ursprüngliche Baureihenbezeichnung 218.