DRB-Baureihe 01.10 (DB: 011,012)

Technische Daten

01.02.1998 bei Eutingen

01.02.1998 bei Eutingen

Foto: Werner & Hansjörg Brutzer

Stückzahlen: 55
Baujahre: 1939
Ausmusterung: 1975
Höchstgeschwindigkeit:
vorwärts 150 km/h
rückwärts 50 km/h
Indizierte Leistung:
1.559 kW
1.728 kW (Kohle, mit Austauschkessel)
1.817 kW (Öl, mit Austauschkessel)
Länge über Puffer: 24.130 mm
Hersteller: Schwartzkopff
Bauart: 2"C1" h3
Tender: 2"3 T 38

Geschichte

Die neuen Forderungen der Deutschen Reichsbahn an schnellfahrenden Zügen war eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h und deren Fähigkeit, Züge von 500 t mit 120 km/h befördern zu können. Des Weiteren sollten diese auch problemlos Züge von 350 t mit 100 km/h über Rampen mit 5 Steigung ziehen können. Damit waren die vorhanden Baureihen 01 und 03 überfordert und es wurde die Baureihe 01.10 ins Leben gerufen, die sogar mit einer Stromlinienverkleidung zur Verringerung des Fahrwiederstandes ausgerüstet war.

Die Dreizylinderlokomotiven der Baureihe 01.10 waren Einheits-Schnellzuglokomotiven der Deutschen Reichsbahn. Die Baureihe 01.10 war eine Weiterentwicklung der Baureihe 01.

Es wurde seitens der Deutschen Reichsbahn ein Bedarf von 400 Lokomotiven errechnet und zunächst 1939 ein Auftrag über 204 Stück bei allen großen Lokomotivfabriken in Deutschland platziert. Kriegsbedingt kam es jedoch nur zu einer Auslieferung von 55 Lokomotiven, alle von Schwartzkopff.

1944 wurden sämtliche Lokomotiven der BR 01.10 wegen der Kriegsereignisse nach Westdeutschland verlegt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieg befanden sich die Maschinen in einem sehr schlechten Zustand. Es fehlten Teile der Stromlinienverkleidung und die aus nicht alterungsbestängigen Stahl produzierten Kessel zeigten erste Ermüdungserscheinungen. Die Ausmusterung über die gesamte Baureihe erfolgte am 20. Juni 1945 obwohl die Lokomotiven bis zu diesem Zeitpunkt jeweils weniger als 500.000 km gefahren waren. Letztendlich griff man Aufgrund des herrschenden Lokomotivmangels doch wieder auf die Baureihe zurück, einige Maschinen mit kleineren Schäden wurden vorläufig instand gesetzt. Der Großteil der Lokomotiven blieb aber bis 1949 abgestellt. Im selben Jahr entschloss man sich bei der Deutschen Bundesbahn, sämtliche Lokomotiven einer Aufarbeitung zu unterziehen. Einzigste Ausnahme war die 01 1067, sie wurde endgültig ausgemustert.

Das Problem der Kessel aus nicht alterungbeständigen Stahl St 47 K blieb aber weiterhin ungelöst. Da auf den Einsatz der Maschinen nun nicht mehr verzichten werden konnte, wurden 1953 neue Hochleistungskessel in Auftrag zu geben und zwischen 1953 und 1956 eingebaut.

1968, bei der Umstellung auf das EDV-konforme Nummerierungssystem erhielten die kohlegefeuerten Lokomotiven die Baureihenbezeichnung 011, die ölgefeuerten die Ordnungsnummer 012.

Die BR 01.10 wurden bis zur Elektrifizierung auf allen wichtigen Hauptstrecken eingesetzt, der letzte planmäßige Einsatz endete am 31. Mai 1975.