DRG-Baureihe 98.8-9, 16 (bay. GtL 4/4, LAG nr.80-8

Technische Daten

23.09.1989 Stubersheim

23.09.1989 Stubersheim

Foto: Werner & Hansjörg Brutzer

Nummerierung:
DRG 98 801 917, 1601 1602
Stückzahlen:
119
Baujahre: 1911-1927
Ausmusterung: 1970
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Indizierte Leistung: 330 kW
Länge über Puffer: 9.250 mm
Dienstmasse: 43,0 46,7 t
Hersteller: Krauss
Bauart: D h2t

Geschichte

Die Lokomotiven der Gattung GtL 4/4 waren Heißdampflokomotiven der Bayerischen Staatsbahn und wurden für den Einsatz auf Lokalbahnen beschafft.

Im Jahr 1911 wurde zwei Lokomotiven von Krauss an die Staatsbahn ausgeliefert, 1914 folgten elf weitere Maschinen. Aufgrund der guten Erfahrungen beschaffte die Gruppenverwaltung Bayern der Deutschen Reichsbahn weitere Exemplare. In etwas schwererer Ausführung mit modifizierten Führerhaus wurden zwischen 1921 und 1927 weitere 108 Lokomotiven ausgeliefert. Die Maschinen wurden unter der Baureihenbezeichnung 98.8-9 in den Bestand der Reichsbahn eingereiht.

Zur Verbesserung der Laufeigenschaften sowie Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit auf 55 km/h wurden zwischen 1934 und 1941 insgesamt 29 Maschinen zu 1'D-Lokomotiven umgebaut. Diese als GtL 4/5 bezeichneten Maschinen erhielten die Baureihenbezeichnung 98.11.

Zwei GtL 4/4 wurden 1922 in der Staatsbahn-Ausführung (Stand 1921) von der LAG beschafft. Diese beiden Maschinen (Nr. 80 und 81) wurden im Bw Thalkirchen stationiert und auf der Isartalbahn eingesetzt. Nach Übernahme durch die Reichsbahn wurden diese als Baureihe 98.16 eingereiht und erhielten die Nummern 98 16 01 und 98 1602.

Fünf Lokomotiven gingen im Zweiten Weltkrieg verloren, drei weitere verblieben nach Kriegsende bei der damaligen tschechoslowakischen Staatseisenbahn SD.

Die restlichen Lokomotiven wurden von der Deutschen Bundesbahn übernommen. Bereits in den 1950er Jahren begann man dort mit der Ausmusterung. Die beiden ehemaligen LAG-Maschinen wurden 1950 im Bw Rosenheim stationiert und dort 1957 bzw. 1958 ausgemustert. 98 812 und 98 886 erhielten 1968 sogar noch die neuen EDV-Betriebsnummern, wurden aber wenig später schließlich auch ausgemustert, wobei die 98 886 noch bis 1975 als Heizlok verwendet wurde. Nach dem Einsatz als Heizlok erfolgte wurde die 98 886 nicht verschrottet sondern ab 1978 als Denkmal vor dem Hauptbahnhof Schweinfurt aufgestellt und schließlich wieder betriebsfähig hergerichtet. Seit 1999 ist sie vor dem Rhön-Zügle von Mellrichstadt nach Fladungen wieder im Einsatz.