DRG-Baureihe 75.4,75.10-11 (Badische VI c)

Technische Daten

10.09.2000 in Amstetten

10.09.2000 in Amstetten

Foto: Werner & Hansjörg Brutzer

Nummerierung:
DRG 75 401-494
DRG 1001 1023
DRG 1101 1120
Stückzahlen:
135
Baujahre: 1914-1921
Ausmusterung: 1969
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Indizierte Leistung: 580 kW
Länge über Puffer: 12.700 mm
Dienstmasse:
76,20 t
ab Baujahr 1920: 79,50 t
Hersteller: Karlsruhe, Jung
Bauart: 1'C1' h2t

Geschichte

Die VI c der Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen waren Tenderlokomotiven entwickelt zur Beförderung von Reisezügen auf der Strecke von Wilferdingen nach Pforzheim (11,62 ) mit 330 t Zugmasse bei 30 km/h und auf der Strecke von Hausach nach Sommerau (17,2 ) mit einer Zugmasse von 200 t und 35 km/h.

1914 erfolgte das erste Serielieferung von der Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe und bis 1917 folgten weitere sechs Lieferserien, wovon zwei Serien von der Arnold Jung Lokomotivfabrik produziert wurden. Die Badischen Staatsbahn hatte damit 92 Lokomotiven der Gattung VI b, was etwa 50 % des aktiven Lokomotivbestandes entsprach.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges mussten 15 Lokomotiven an Frankreich sowie 13 Maschinen an Belgien abgegeben werden. Bei der Chemins de fer de l'État wurden die französischen Lokomotiven wurden als 32.9 eingereiht. Die nach Belgien abgegebenen Maschinen wurden zuerst unter der Reihe 69 eingereiht, später dann aber an die luxemburgische Prinz-Heinrich-Bahnen AG abgegeben. Dort erhielten sie die Betriebsnummern 251 bis 263. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden diese als Reihe 35 bei der Chemins de Fer Luxembourgeois eingereiht.

Sie Badischen Staatsbahn sowie die Reichsbahn bestellte weitere 23 bzw. 20 Lokomotiven, die 1920 bzw. 1921 ausgeliefert wurden. Diese hatten einen verstärkten Rahmen und damit eine rund 3,4 t höhere Dienstmasse. Die insgesamt 107 gelieferten Lokomotiven wurden 1925 von der Deutsche Reichsbahn in die Baureihe 75.4 und 75.10-11 umgezeichnet.

Im Jahr 1941 waren noch 105 Lokomotiven im Einsatz. Nach der Besetzung von Luxemburg wurden die nach dem Ersten Weltkrieg abgegebenen VI c s bei der DRB nicht unter ihren ursprünglichen Nummern sondern als 75 1121 bis 1133 eingereiht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen 66 Lokomotiven in den Bestand der Deutsche Bundesbahn über. Alle Maschinen waren bis zum April 1967 ausgemustert. Die Deutsche Reichsbahn der DDR erhielt 29 Lokomotiven, die dort bis 1970 im Einsatz waren.