DRG-Baureihe 39 (Preußische P 10)

Technische Daten

04.03.1979 in Offenburg

04.03.1979 in Offenburg

Foto: Werner & Hansjörg Brutzer

Stückzahlen: 260
Baujahre: 1922-1927
Ausmusterung: 1967
Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h
Indizierte Leistung: 1.620 PSi
Länge über Puffer: 22.890 mm
Dientstmasse: 110,4 t
Hersteller: Borsig
Bauart: 1'D1' h3
Gattung: P 46.19
Tender: pr 2'2' T 31,5

Geschichte

Die Dampflokomotiven P 10 der Preußischen Staatseisenbahnen (Baureihe 39 der DRG) waren Schlepptender-Personenzuglokomotiven mit der Achsfolge 1'D1' (Mikado).

Die P 10 war die letzte in Preußen entwickelte Personenzuglokomotive, die für den Einsatz vor schweren Schnellzügen in den Mittelgebirgen vorgesehen war. Die Planungen durch die Firma Borsig begannen bereits 1919, die erste Lieferung verzögerte sich aber bis 1922.

Die Lokomotive war die stärkste Personenzuglok der Deutschen Länderbahnen, die auch noch von der Deutschen Reichsbahn weiterbeschafft wurde. Die Konstruktion überschritt allerdings deutlich die geforderte Achslast von 17 t, ein Teil der Lokomotiven konnte somit erst nach dem Ausbau einiger Strecken zum Einsatz kommen.

Ursprünglich waren die Lokomotiven mit einem Schlepptender der Bauart pr 2'2' T 31,5 ausgerüstet. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges stattete die DB viele der bei ihr verbliebenen Exemplare mit Witte-Windleitblechen und Tendern der Bauart 2'2' T 34 aus. 1967 wurden die letzten drei in Stuttgart beheimateten Fahrzeuge ausser Dienst gestellt.

Die nach Kriegsende durch die DR der DDR übernommenen Maschinen waren dort vorerst noch unentbehrlich und wurden daher in das Rekonstruktionsprogramm einbezogen. Die 85 Rekoloks wurden abschließend unter der Baureihe 22 eingegliedert.

Die Lokomotiven wurden von der Deutsche Reichsbahn auch im schweren Schnellzugdienst eingesetzt, was jedoch zu einer Überlastung der ursprünglichen Bauteile führte (Rahmenrisse, Kolbenschäden). Eine frühzeitige Ausmusterung der Maschinen war die Folge. Von den ausgemusterten Lokomotiven wurden 50 der 85 Rekokessel für die Rekonstruktion der Baureihe 03 verwendet.

Zum 1. Januar 1970, mit der Einführung der EDV-gerechten Nummerierung, wurden die wenigen in Halberstadt und Saalfeldverbliebenen verbliebenen Lokomotiven der Baureihe 22 der Baureihe 39.1 zugeordnet. Bereits 1971 wurde aber die letzte Lok ausser Dienst gestellt. Neun Lokomotiven dienten bis Anfang der 1990er Jahre als Dampfspender.